Gewässer zum Angeln auf Bachforellen

Lesezeit: 7 Minuten

Die Bachforelle ist ein wunderschöner Fisch. Gekleidet in ihrem gepunkteten Schuppenkleid ist sie der Traum vieler Angler und ein beliebter Speisefisch. Die gut getarnte Forelle ist nur schwierig zu überlisten und wenn sie dennoch einmal beißt sorgt sie jedes Mal mit ihrem Kampfeswillen für spannende Drills. Wir haben für dich in diesem Beitrag ein paar hilfreiche Tipps für das Angeln auf Bachforellen zusammengestellt und stellen dir hervorragende Gewässer zum Angeln auf Bachforellen vor.

Steckbrief zur Bachforelle

Bachforellen findest du fast überall in Europa in schnell fließenden, sauerstoffreichen, kühlen und klaren Flüssen oder Bächen. Du findest den flinken Fisch aber auch in klaren Seen, die von Bächen oder kleinen Flüssen durchflossen werden. Sehr wichtig ist dem Salmoniden der Sauerstoffgehalt des Gewässers und damit die Wassertemperatur, die im Sommer nicht wesentlich über 20°C steigen darf. Ein zweiter wichtiger Faktor sind ausreichend Versteckmöglichkeiten, denn die Bachforelle ist ein relativ scheuer Fisch.

Die Bachforelle ist nicht sehr wählerisch was die Ernährung angeht. Die Fische nehmen mit Insekten, deren Larven, Schnecken, kleine Krebstiere aber auch kleinen Fischen vorlieb. Dies liegt vermutlich auch daran, dass in den schnell fließenden Gewässern nicht viel Zeit bleibt, um zu evaluieren, ob das vorbeischwimmende Objekt als Nahrungsgrundlage dient oder nicht. Dafür sind Forellen das ganze Jahr über aktiv am Nahrung aufnehmen sogar im Winter und während der Laichzeit.

Schuppenkleid der Bachforelle mit roten und schwarzen Punkten
Nahaufnahme des Schuppenkleides einer Bachforelle | Foto von Unsplash

Erkennen kannst du die Bachforelle an ihren ausdrucksstarken schwarzen und roten Punkten auf den Flanken. Auch auf der Fettflosse findest du häufig rote oder schwarze Punkte.   

Unterschied Bachforelle, Regenbogenforelle und andere Arten

Regenbogenforelle: keine roten Punkte; oft mehr oder weniger ausgeprägter, rosafarbener Längsstreifen entlang der Seite

Seeforelle: keine roten Punkte mit heller Umrandung; schwarze Flecken runter bis zum Bauch

Meerforelle: keine roten Punkte und in der Regel eher silbern mit runden oder x-förmigen Punkten; im Laichkleid kaum von der Bachforelle zu unterscheiden

Bachsaibling: kann auch rote Punkte haben, aber: Brust-, Bauch- und Afterflosse am Vorderrand mit weißem und schwarzem Saum

Tipps für das Angeln auf Bachforellen

Wann auf Bachforellen angeln?

Die besten Chancen auf kapitale Bachforellen hast du im Frühjahr direkt nach dem Ende der Schonzeit. Wenn du wissen möchtest, wann die Bachforellen-Schonzeit in deinem Bundesland endet, dann wirf einen Blick in diesen Beitrag. 

Generell sind die Chancen besser, wenn es kälter ist. Deswegen sind die ersten Wochen der Saison bevorteilt. Aber auch im Sommer sind viele Bäche eiskalt. Eine gute Beschattung und viele Grundwasserquellen sind der Grund dafür. Ein gleichmäßiger Temperaturhaushalt wirkt sich ebenso positiv auf den Sauerstoffhaushalt aus wie Strukturelemente im Gewässer.

Die beste Tageszeit für das Angeln auf Bachforellen sind der frühe Morgen und der späte Abend, denn dann wagen sich die Salmoniden aus ihrem Versteck. Viele Bäche und Flüsse sind mit Bäumen bewachsen, deren Wurzeln die Forellen tagsüber als Schutz vor Feinden wie dem Graureiher oder dem Kormoran nutzen. 

So findest du in deinem Gewässer die Bachforellen Hotspots

Langsam fließender Bach mit Bäumen am Ufer und Steinen im Wasser.
Lerne die Bachforellen Hotspots zu erkennen | Foto von Pexels

Bachforellen in kleinen Bächen sind oft standorttreu und verteidigen ihr Revier aggressiv.  Die Salmoniden ziehen nur selten umher. Wo eine Forelle gestern noch stand, dort wird sie vermutlich auch heute noch stehen. Deshalb ist es eine gute Idee an Erfolgsplätze immer wieder zurückzukehren. Neue kapitale Bachforellen werden sich nach einigen Wochen oder spätestens Monaten wieder einstellen.

Dort, wo das Wasser in kleinen Bächen tief ist, aber selten geangelt wird – dort sind die Chancen auf eine große Bachforelle am besten. Wenn du eine Wathose besitzt, dann traue dich ruhig an solche Stellen heran. Du kannst auch risikofreudiger deinen Köder auswerfen, da in den kleinen Bächen sich dieser im Notfall fast immer retten lässt. 

Die besten Stellen zeigen deutlich, nach welchen Kriterien der Fisch sich seinen Standort aussucht: 

  • Der Platz sollte der Bachforelle Schutz bieten 
  • Nahrung muss gut erkennbar und erreichbar sein
  • Der Salmonid kann sich ohne großen Kraftaufwand aufhalten

Beobachte das Gewässer beim Ablaufen genau. Rinnen, Löcher und ausgespülte Kurven zeichnen sich oft durch die dunklere Wasserfarbe gegenüber der flacheren und damit helleren Umgebung ab. Deshalb lohnt es sich immer auf Veränderungen der Farbe und des Fließverhaltens zu achten.

hejfish-Tipp: Beim Angeln auf Bachforellen ist Strecke machen angesagt. Wirf nicht zu oft bestimmte Stellen ab, sondern gehe lieber weiter, um neue Hotspots zu finden. Bewege dich dabei äußerst vorsichtig am Wasser. Bachforellen sind sehr scheue Fische.

Alle Hotspots im Überblick

Einmündungen

Wo ein Bachlauf in den anderen mündet, entsteht unweigerlich ein Hotspot. Durch das Zusammenfließen zweier Gewässer entsteht eine Strömungskante, an der Nahrung für die Bachforellen entlang treibt und an der durch Kehrströmungen oftmals auch ein Bereich entsteht, an dem ein Fisch ohne großen Kraftaufwand stehen kann. Der Zusammenfluss zweier Gewässer sorgt mit verstärktem Wasserdruck auch dafür, dass der Boden stärker abgetragen wird. Die so entstehende Vertiefung bildet einen besonderen Standplatz, an dem die Forelle Deckung findet und auf Beute lauern kann.

Umgestürzte Bäume

Ein super Hotspot ist ein Baum, der umgestürzt quer über einen Forellenbach liegt. Der Baum bremst das Wasser ab, leitet es ein wenig um, und er sorgt dafür, dass sich treibende Nahrung sammelt. Außerdem bietet der Baum noch Schutz und Schatten. Mehr kann eine Forelle von einem Einstand kaum verlangen. Der Fisch lauert dabei stets an der tiefsten Stelle, an der er den geringsten Strömungsdruck spürt.

Steine im Bach

Ein Findling im Fluss ist die kleine Version vom Fels in der Brandung. Auch bei ihm tost von vorne das Wasser und hinten bietet er Deckung. Im Strömungsschatten eines großen Steines hat der Fisch es leicht, sich mit sanften Flossenbewegungen auf der Stelle zu halten. Das macht diesen Platz so attraktiv gegenüber der rauen Umgebung. Ein weiterer Vorteil der Position hinter dem Stein besteht darin, dass der Fisch dort ungesehen seiner Beute auflauern kann.

Kleiner Wasserfall im Bach
Wasserfälle und deren Gumpen sind sehr gute Hotspots für kapitale Bachforellen. | Foto von Pexels

Kleine Wasserfälle

In Gebirgsbächen sind die tiefen Löcher unter einem Wasserfall nicht nur optisch oft die schönsten Stellen. Da sich darin häufig die größten Bachforellen verstecken, sind es zugleich auch die schönsten Fangplätze.

Gumpen

Bäche sind oft recht flach und von tieferen Gumpen unterbrochen. Dort stehen die Fische und warten auf deinen Köder. Versuche die Gumpen von etwas Entfernung aus anzuwerfen und auf dem Weg dorthin dich regelrecht anzupirschen. 

Brücken

Auch wenn es hier meistens geräuschvoller zugeht – Brücken sind hervorragende Fangplätze. Meist stehen die Forellen und Döbel hier hinter den Brückenpfeilern (wenn vorhanden). Häufig lauern die Fische auch im Schatten, den die Brücke aufs Wasser wirft, oder direkt in der Unterführung.

Außenkurven

Macht der Bach eine Biegung, drückt die Strömung in die Außenkurve und spült dort mit der Zeit direkt im Uferbereich eine tiefere Rinne aus. Und genau dort stehen die Forellen mit Vorliebe! Oft lohnt es sich, hier tiefer laufende Köder anzubieten. Am besten beangelst du die Rinne von dem Ufer aus, an dem sie auch entlangläuft. Das ist effektiver, als von der Innenkurve aus quer über den Bach zu werfen.

Unterspülte Ufer

Wenn du eine der kapitalen Bachforelle angeln möchtest, dann halte nach unterspülten Ufern Ausschau. Diese sind ihre Lieblingsverstecke. Führe deinen Köder ganz nahe an dem Ufer vorbei und sei bereit für den Biss.

Wo kann man auf Bachforellen angeln?

Gewässer zum Angeln auf Bachforellen in Deutschland

Baden-Württemberg:

Jagst – Unter Anglern ist die Jagst in Baden-Württemberg ein sehr beliebter Fluss, denn das Gewässer gilt als fischreich und beherbergt praktisch alle wichtigen mitteleuropäischen Fischarten. Hier findest du mehr Informationen zum Angeln in der Jagst.

Bayern:

Abens – Die Abens ist ein typischer kleiner Fluss des tertiären Hügellandes und beeindruckt besonders durch ihre natürliche Gewässerstruktur und gute Fischfauna. Fänge von Salmoniden aller Art, kapitalen Karpfen, Schleien, Aiteln oder Hechten sind keine Seltenheit. Lies mehr über das Angeln in der Abens.

Altmühle und RMD-Kanal

Hessen:

Haune – Die Haune in Hessen ist ein gutes Revier zum Angeln auf Bachforellen. In diesem Beitrag findest weitere Informationen zur Haune.

Ohm – Die Lahn und die Ohm sind als äußerst fischreich bekannt, weshalb du mit etwas Glück auch große Bachforellen und seltener gesehene Fische aus dem Wasser ziehen kannst. Hier gehts zum Beitrag in der Fischerhütte.

Affoldener See

Niedersachsen:

Leine – Die Leine durchfließt Niedersachsen und ist bei Anglern aus der Gegend sehr beliebt. Beim Angeln an der Leine im Kreis Northeim triffst du des Öfteren auf Bachforellen, doch auch nach Zandern, Hechten, Aalen, Regenbogenforellen und einigen weiteren Fischarten darf gern Ausschau gehalten werden. Mehr über das Angeln an der Leine.

Aller

Nordrhein-Westfalen:

Axtbach & Ems – Der Axtbach ist durch flache sandige Bereiche und tiefe Kolken gekennzeichnet. Insbesondere im Sommer können sich Angler über eine üppige Vegetation freuen, was das Angeln auf Bachforellen noch schöner macht. Lies mehr über das Angeln am Axtbach & Ems.

Lenne

Rheinland-Pfalz:

Kyll – Bei der Kyll handelt es sich um einen Zusammenfluss verschiedener Quellbäche, die im Anschluss zum Kronenburger See fließen und in der Mosel münden. Das Angelgebiet gilt als sehr gutes Bachforellen-Revier. Erfahre mehr im Beitrag zum Angeln in der Kyll.

Nims Wolsfeld

Saarland:

Saar – Die Saar erstreckt sich auf über 250 km und durchfließt Elsass, Lothringen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Als längster Zufluss der Mosel hat sie ein reiches Revier zum Angeln sowie wunderschöne Natur zu bieten.

Nied

Blies

Schleswig-Holstein:

Stör

Gewässer zum Angeln auf Bachforellen in Österreich

Vorarlberg:

Lünersee – Eingerahmt von einer beschaulichen Bergkulisse lädt der 155 Hektar große See Wanderer und Angler mit seinem türkisblauen Wasser zum Verweilen ein. Neben seiner wunderschönen Landschaft hat der Gebirgssee auch ein hervorragendes Forellenrevier zu bieten. Reich besetzt mit Bach- und Regenbogenforellen lockt er mit seinem Ruf als “atmosphärischer Bergsee mit kapitalen Forellen” viele Angler an. Lies mehr zum Angeln am Lünersee.

Kopssee

Spullersee

Salzburg:

Enns – In den Enns-Auen zwischen dem historischen Städtchen Radstadt und der Grenze zur Steiermark – dort wo die „Enns“ noch jung und rein ist, findet man – mit schönem Blick auf das Dachsteinmassiv – den Enns-Fluss, eingebettet in die herrliche Landschaft und mit einem großen Bestand an Bachforellen.

Lohbach

Kärnten:

Möll – Die Möll entspringt am Fuße des Großglockners und mündet nach 80 Kilometer in die Drau. Das Gewässer hat eine gute Struktur und einen sehr guten Fischbestand. Kapitale Bachforellen sind in diesem Gewässer häufig anzutreffen.

Oberösterreich:

Gmundner Traun – Die Gmundner Traun in Oberösterreich ist Besonders reizvoll und herausfordernd. Dieser faszinierende Fluss bietet neben seiner Breite auch ein abwechslungsreiches Flussbett mit langen tiefen Zügen, schnellen flachen Rinnern und zahlreichen Rauschen mit tiefen Gumpen.

Alm

Niederösterreich:

Ybbs – Ein wunderschöner Fluss zum Angeln, der sich auf 130 km in Niederösterreich erstreckt. Angelkarten für den Ybbs findest du für verschiedene Teilstrecken.

Großer Kamp

Andere:

Rissbach – Bachforellen angeln in Österreichs größtem Naturpark. Der Rissbach im Naturpark Karwendel in Tirol ist eine reine Fliegenfischer-Strecke.

Steinberger Ache

Palten – Rottenmann

Fazit

Bach mit Stromschnelle im Herbst - perfektes Gewässer zum Angeln auf Bachforellen
Es lohnt sich zu verschiedenen Jahreszeiten ein Bachforellen Gewässer zu besuchen | Foto von Pexels

Besonders kleinere Bäche sind stetig im Wandel, jedes Jahr bieten sie uns ein anderes Gesicht. Es reicht, dass ein Baum umfällt, ein Uferstein ins Wasser rutscht oder ein frisch gereinigter Seitengraben mehr Wasser als sonst in die Strecke trägt – und schon entstehen neue Standplätze und Hotspots für Bachforellen

Bevor du direkt loslegst, lies dir noch diese 7 Tipps für den perfekten Einstieg in die neue Fliegenfischen-Saison durch. Deine Angelkarten findest du wie gewohnt auf hejfish.com.

Quellen:

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