Angeln im Urlaub als Tourist/in – Do’s & Dont’s

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In immer mehr Ländern ist es wieder möglich, als Tourist/in einzureisen. Viele nutzen die Gelegenheit, um sich im Sommerurlaub nach dem anstrengenden letzten Jahr zu entspannen. Als leidenschaftlicher/e Angler/in ist unser Hobby natürlich ein fester Bestandteil der Urlaubsplanung. Es gibt aber auch viele Touristen/innen, die einfach einmal ausprobieren möchten, ob Angeln etwas für sie ist. Ob Meister/in oder Anfänger/in – wir haben dir hier ein paar wichtige Punkte zusammengefasst, die du vor dem Angeln im Urlaub als Tourist/in beachten solltest. 

Informiere dich über die rechtlichen Bestimmungen

Buch lesen am See bei Sonnenuntergang
Vor dem Angeln im Urlaub die dort herrschenden Fischereigesetze genau studieren | Foto von Aaron Burdon auf Unsplash

Unser erster Punkt befasst sich direkt mit den gesetzlichen Bestimmungen. Denn wenn du dich nicht ausreichend informierst, kann es leider sehr schnell teuer werden. Als Orientierung: Laut Bussgeldkatalog.org kann in Deutschland für das Angeln ohne Angelschein eine Strafe von bis zu 75.000€ oder zwischen 2 bis 5 Jahren Haft fällig werden. Deshalb nicht einfach bedenkenlos drauf los angeln.

Viele Bundesländer in Deutschland und Österreich bieten dir zum Glück die Möglichkeit, einen Touristenfischereischein oder Fischergastkarten zu erwerben. Damit kannst du für den Zeitraum deines Urlaubs angeln, ohne eine Fischereiprüfung abgeschlossen zu haben. Du musst dennoch eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer erwerben.

Du kannst dich auch den lokalen Touristeninformationszentren zu den geltenden Bestimmungen informieren sowie dort den Touristenfischereischein erwerben.

Was benötige ich zum Angeln im Urlaub als Tourist/in in Deutschland oder Österreich?

  • Touristenfischereischein oder Fischergastkarte
  • Angelkarte für das Gewässer

hejfish-Tipp: In unserem Beitrag „Angeln ohne Angelschein“ erfährst du, in welchen Bundesländern in Deutschland und Österreich du einen Touristenfischereischein bzw. eine Fischergastkarte erwerben kannst. 

Gibt es Länder in denen ich ganz ohne Angelschein angeln gehen kann?

Ja, zum Beispiel in der Schweiz. Hier gibt es Gewässer, in denen man gänzlich ohne Sachkunde-Nachweis (SANA) oder Patent fischen darf. Dieses Recht gilt beispielsweise im Kanton Zürich für den Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee, Türlersee und auch am Bodensee oder dem Walensee.

Foto der Neuseeländischen Küste
Angeln an der Küste von Neuseeland ist ohne Angelschein möglich | Foto von David Maciejewski auf Unsplash

In Frankreich und Neuseeland kannst du an der Küste im Meer ohne besonderen Angelschein angeln. Du musst dich aber an einige Grundregeln halten, die du vor Ort in der Touristeninformation erfährst.

Sehr einfach ist es in Dänemark. Hier muss niemand eine Prüfung abgelegt haben, um angeln zu dürfen. Somit steht es jedem/r Tourist/in oder Gelegenheitsangler/in frei, seine ersten Versuche mit der Angel zu starten. Die erforderlichen Angelkarten gibt es meistens online – schnell und bequem!

Das Angeln in den Niederlanden ist ohne einen Angelschein problemlos möglich. Hier ist es Vorschrift, dass der VISpas für das Angeln erworben werden muss. Der niederländische VISpas kann online über hejfish.com beantragt werden.

Schonender Umgang mit Natur und Tier steht im Vordergrund

Schuppenkleid der Bachforelle mit roten und schwarzen Punkten
Die schonende Behandlung des Fisches steht beim Angeln im Vordergrund | Foto von Hunter Brumels auf Unsplash

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, der uns am Herzen liegt. Auch wenn du das Angeln eventuell nur einmal ausprobieren möchtest – der respektvolle Umgang mit Natur und Tier steht immer im Vordergrund.

Viele Behörden vergeben an Touristen/innen eine Informationsbroschüre für die waidgerechte Behandlung der Fische. Wenn du zum ersten Mal angelst, solltest du diese unbedingt gut studieren. Neben Fischkunde, Biologie und Lebensräume wird auf folgende Punkte eingegangen.

  • Mindestmaße und Fangmengen für die Fische
  • Die erlaubte Anzahl der Angeln (steht zudem meistens auf der Angelkarte)
  • Nicht in den sensiblen Bereichen der Gewässer mit Unterwasserpflanzenbeständen (z. B. Armleuchteralgen und Seegraswiesen) ankern, wenn du vom Boot aus angelst.
  • Keine Schneisen in den Schilfgürtel eines Gewässers schlagen, um einen besseren Fangplatz zu erhalten. Dies zerstört Lebensräume und Biotope.
  • Das Angeln mit lebenden Köderfischen ist an den meisten Gewässern verboten!
  • Köderfische sollten nur aus dem Gewässer entnommen werden, in dem sie wieder zum Einsatz kommen. Bei der Verwendung von Köderfischen aus anderen Gewässersystemen kann es zur Einschleppung von Fischkrankheiten kommen. 
  • Lebende Fische sollten grundsätzlich mit nassen Händen angefasst werden, um ihre Schleimhaut nicht zu verletzen. Bei einer Beschädigung der Schleimhaut können die Fische nach dem Zurücksetzen ins Gewässer verpilzen und sterben.
  • Müll und Abfall führen zur Beeinträchtigung der Natur und Umwelt. Dies gilt auch für Schlachtabfälle von Fischen, wenn diese nicht ordnungsgemäß entsorgt oder gar in das Gewässer zurückgeworfen werden.

In welchen Bereichen darf ich angeln und in welchen nicht?

Angelbereich und Grenzen für das Angeln am Diemelsee

In manchen Fällen ist mit Schildern gekennzeichnet, wo du nicht angeln darfst. Du findest meistens auch auf den Angelkarten eine Beschreibung des Angelplatzes. Falls du nicht genau weißt, wo du angeln kannst, besuche hejfish.com und suche nach deinem Gewässer. Wir haben für jedes Gewässer die jeweiligen Grenzen der Angelkarten auf einer Karte markiert. Du kannst auch Angler, die sich vor Ort befinden, fragen. Diese können dir gleich auch ein paar Tipps für das Gewässer geben.

Naturschutzgebiet Wildmoos | Wikimedia CC BY-SA 3.0

Das Angeln in Nationalparken und Naturschutzgebieten ist durch naturschutzrechtliche Bestimmungen reglementiert. Dabei ist in den besonders geschützten Zonen (z. B. Kernzonen) das Beunruhigen, Fangen und Töten von Tieren verboten, somit auch das Angeln. In den Pflege- und Entwicklungszonen kann das Angeln erlaubt sein.

In unserem Beitrag „Angeln im Naturschutzgebiet“ erfährst du mehr über dieses Thema.

Angeln im Urlaub als Tourist/in – sorgenfrei mit einem Angelguide

Da du dich mit den lokalen Bedingungen und Gewässern in den meisten Fällen nicht auskennst, ist es auch eine gute Idee, einen/r Angelführer/in zu kontaktieren. Diese helfen dir beim Besorgen der notwendigen Dokumente und zeigen dir die besten Angelstellen.

Wenn du nach einem/r Angelführer/in für deinen nächsten Urlaub suchst, kannst du durch unsere Anglertalks stöbern. Dort stellen sich bekannte Angelführer/innen aus Deutschland und Österreich vor: Zu den Anglertalks

Weitere Links zum Angeln im Urlaub

In diesem Video erhältst du hilfreiche Tipps von Angeln Maximal damit du erfolgreich im Urlaub einen Fisch angeln kannst:

Falls du noch mitten in der Planungsphase bist: Erfahre wie du deinen perfekten Angelurlaub planen kannst.

Quelle:

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