Nordland: Dorsch bei Sonnenschein und ein letztes Mal auf Fjell-Forellen

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sdr

Nun war sie also angebrochen, die letzte Woche. Im Nordland, südlich der Lofoten, freuten wir uns auf ein paar schöne Tage als Abschluss dieses wundervollen, erholsamen Urlaubs. Der erste Abend brachte jedoch ein recht dunkles Häuschen – irgendwie waren hier kaum Lampen, was äußerst ungewöhnlich für Norwegen ist. Und die Leistung der Heizung ließ auch zu wünschen übrig. Also wurde bei Kerzenlicht das Angelzeug zusammengebaut und erstmal kräftig eingeheizt. Ende August kann man das ja auch mal… 😉

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Der nächste Tag brachte keine Besserung. Wind, kühle Temperaturen und Regen. Also machten wir uns auf eine Wanderung durch extrem steiles Gelände ohne erkennbaren Weg – nicht unbedingt die beste Idee. Bei nassem Untergrund kein wirklich großer Spaß. Aber der Bergsee wurde uns empfohlen und er sah auf der Karte & den Satellitenaufnahmen wirklich zu verlockend aus!

Außer tollen Ausblicken, nassen Socken und massenhaft Pilzen nahmen wir aber leider nichts mit ins Tal. Schön wars trotzdem!

sdr

Der nächste Tag brachte glücklicherweise eine Wetterbesserung – und zwar massiv! Wir starteten eine Angeltour. Da nach einigen Wochen Angelurlaub das Kontingent ziemlich erfüllt war, lautete das Ziel „GENUSS pur“. Viel mitnehmen durften wir ohnehin nicht mehr. Aber ein bisschen „Spiel & Spaß“ war noch erlaubt.

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Das klappte dann auch gleich ganz prima! An neuen Plätzen ist es zu Beginn ja oft nicht so einfach, die Fische zu finden. Doch der eine oder andere Fang gelang uns doch.

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Wie überall folgten uns auch hier die Wale. Sie tauchten direkt unter unserem Boot hindurch und blickten uns an. Schau mir in die Augen Kleines! Erlebnisse, die einfach nie normal oder langweilig werden!

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Ein Ausflug durch die Gegend durfte natürlich nicht fehlen und wir besichtigten die weiten Sandstrände in der Nähe. Fast wie in der Karibik – nur etwas kühler vielleicht…

Da das Wetter Ping Pong mit uns spielte, konnte nicht jeder Tag auf dem Meer genutzt werden. Kein Problem! Wir wollten ohnehin nochmal zum Süßwasserfischen.

Hier ließen uns die Forellen aber leider im Stich. Die Norweger, die wir unterwegs trafen, hatten ebensowenig Glück. Tja, so ists halt manchmal. Bei einer großartigen Kulisse wie dieser hier aber vollkommen ok. Also einfach die Landschaft einsaugen und für die lange Zeit zuhause auf der inneren Festplatte speichern.

Ein letztes Mal die Berge und Seen bewundern, die Ruhe aufnehmen und den Wind spüren. Selbst wenn man jede Sekunde genießen will, so hängt der Abschied dann aber doch wie eine dunkle Wolken über jedem von uns. Kennt ihr das? 🙁

Glücklicherweise hatte der Wettergott am letzten Tag aber noch ein Einsehen und ermöglichte eine Ausfahrt.

In – für mich ekelhaft – tiefen 200 Metern gelang noch der Fang von Rotbarschen. Schön, wenn ein Plan aufgeht!

rbt

Ein letzter Sommergruß (Schmetterling heißt auf Norwegisch „sommerfugl“, also Sommervogel) landete auf meiner Angel und ruhte sich hier eine Weile aus. Ist mir auch auf dem Meer so noch nie passiert…

sdr

Auch ein ordentlicher Lumb hängte sich in großer Tiefe an meinen Haken. Ich mag sie ja (auch kulinarisch), diese „Kaulquappen“. Mein lieber Enni möge mir verzeihen 😉

Dann war der Moment gekommen. Die letzte Drift war Geschichte. Die Köder wurden über die Reling gehieft. Zwei Angler seufzten tief, während die kleinen Wellen gegen das Aluboot schlugen. „Scheiße. Des wars jetz wieder…“

Der Rest des Tages/Abends wurde mit Packen verbracht. Mit schwerem Herzen. Und einer Dose Bier. Oder zwei, oder drei. Der Herbst hatte nun im September Einzug gehalten. Und das hieß für uns – wie immer – zurück nach Bayern.

Auf dem Dovrefjell wurde aus dem Herbst dann irgendwie schon Winter! Bei -8 Grad ging es ein letztes Mal durch atemberaubende Natur. Dann hört der schöne Teil des Landes – für uns zumindest – auf. Die Landschaft, die bis Oslo folgt, ist nicht mehr „unser“ Norwegen.

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Auf der Fähre, die noch menschenleerer war, als bei der Hinfahrt, ließen wir den Urlaub Revue passieren. Natürlich bei blauem Himmel über Oslo, wie immer bei der Heimreise! Farvel, kjære Norge! Vis ses!

Wir haben natürlich für 2021 bereits geplant. Ob es klappen wird, steht auch jetzt, im Frühling, noch in den Sternen. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf!

Und somit ende ich meinen Bericht, wie ich ihn begonnen habe. Eigentlich hatte ich euch ja versprochen, Corona nicht mehr zu erwähnen. Aber als wir – wie gesagt – in Oslo an den Fährterminal fuhren, wurden wir eben leider wieder zurück in die Realität geholt… Im September war die Spur kurz vor Abfahrt wohl noch NIE so leer… Kein Wunder, es herrscht inzwischen erneut Einreisestopp 🙁

Ich wünsche euch allen viel Gesundheit, Optimismus und hoffe, ihr könnt eure geplante Angelreise 2021 antreten. Wohin auch immer sie gehen mag. Petri & skitt fiske!

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