So gelingt dir das Fliegenfischen auf Karpfen

Lesezeit: 5 Minuten

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Für das Fliegenfischen auf Karpfen gibt es vor allem zwei entscheidende Gründe: Entweder, man möchte keinen fünfstelligen Betrag für Ruten-Sets, Funk-Bissanzeiger, halbe Zelte und Tonnen von Boilies ausgeben – oder, es fehlt einem einfach die Zeit, das ganze Equipment ans Wasser zu schleppen, geschweige denn wochenlange Futterkampagnen zu starten. Wer also dennoch in den Genuss eines saftigen Karpfenfilets kommen möchte, sollte es einmal mit der Fliegenrute versuchen.

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Welche Fliege nehme ich zum Karpfenangeln?

Viele Profis setzen tatsächlich auf Nympfen, die langsam am Karpfenmaul vorbeigestrippt werden. Der Nachteil daran ist, man muss hier aktiv werden und die Karpfen suchen. Also nichts für jemanden, der sich ernsthaft Karpfenangler schimpfen möchte. Die bessere Variante ist hier die Brotfliege. Denn diese wird von den (oft durch entenfütternde Rentner konditionierten) Karpfen selbständig gesucht und gefunden.

Die Brotfliege bindet man am besten aus Rehhaar. Wer allerdings gerade kein Reh parat hat, muss einen etwas komplizierteren Bindevorgang in Kauf nehmen. Hierfür benötigt man vor allem einen stabilen Einzelhaken der Größe 4-8, ein Stückchen Brot und… ähm… und, und, und. Das Brotstückchen wird dann mit der Kruste einfach auf den Haken gepiekst.

Zu beachten ist dabei, dass das Brot nicht mega-frisch ist, da man es sonst schnell selber aufisst und man nun doch zu allererst ein Reh erlegen muss. Den Karpfen schmeckt frisches Brot aber auch besser und es lässt sich gegebenenfalls auch besser formen und drücken, falls man den Luftwiderstand verringern möchte, um weiter werfen zu können. Auf der anderen Seite schwimmt altes Brot jedoch besser und länger.

Foto – Ich geh angeln

Welche Geräte solltest du verwenden?

Da die meisten Brot-Karpfen direkt am Ufer beißen (Rentner können oft nicht so weit werfen), braucht man gar nicht so weit werfen. Eher sollte man das Gerät darauf abstimmen, einen schweren Fisch drillen zu können. Sprich, die Rute sollte nicht allzu wabbelig sein. Ist sie jedoch zu steif, könnte das Brot beim Wurf schnell abfliegen, wenn mann es zu arg beschleunigt.

Ab Klasse 5 kann man eigentlich jede Rute und Schnur verwenden. Die Rolle ist wie so oft beim Fliegenfischen sekundär, sollte aber gut bremsen, wenn die Fluchten härter sind als bei einer 60er Forelle. Deswegen ist auch ausreichendes Backing gefragt, sowohl in Länge als auch Stärke. Als Vorfach kann man ruhig eine durchgehend mindestens 0,25 mm dicke monofile Schnur benutzen. Ist Wind vorhanden oder treiben zum Beispiel Blüten oder Blätter auf dem Wasser, empfielt es sich, eine ca. 40 cm lange Vorfachspitze aus Fluor-Carbon vorzuschalten. Diese sinkt und kann somit keinen Unrat einsammeln bzw. auf dem Wasser draggen. Das Schwimmbrot hat genug Auftriebskraft, um dennoch nicht unter Wasser gezogen zu werden.

Welche Gewässer bieten sich zum Fliegenfischen auf Karpfen an?

Als typische Brotfliegen-Gewässer bieten sich eigentlich alle flacheren Gewässer an, die einen nachgewiesenen Karpfenbestand haben. In tieferen Gewässern funktioniert die Methode zwar auch, allerdings nur, wenn die Karpfen im Sommer auch an der Oberfläche aktiv sind. In flachen Gewässern kann man sie aber durch gezieltes Anfüttern auch nach oben locken.

Wichtig ist, dass ihr euch vorher erkundigt, wo es eine Angelkarte gibt und nicht einfach losangelt (am besten auf hejfish.com registrieren) und dass ihr einen Angelschein habt. Am wichtigsten ist es jedoch, dass das Gewässer nicht von jedermann einsehbar ist, da das Werfen mit der doch schweren Brötchenfliege ziemlich plump aussieht (daher auch der Name „Plumsangeln“). Als Fliegenfischer verstößt man damit  natürlich gegen die oberen Fliegenfischer-Gesetze, in denen es heißt: §1 Abs. „Vor dem Fang eines jeden Fisches, ist das Aussehen des Fliegenfischers in Kleidung und Wurftechnik zu beachten! Alle Fische die bei einem Wurfversuch, der nicht unter die Kategorie „Kunst“ fällt oder gar dem „Plumsangeln“ zugeordnet werden könnte, müssen verheimlicht und dürfen nicht veröffentlicht werden!“

Welche Strategie ist zu empfehlen?

Oft hat man am Wasser etwas Wind, und wenn es ein nur ganz dezenter ist. Deswegen solltet ihr euch immer an die auflandige Seite des Teiches stellen. Dort wird sowieso mehr Futter angetrieben und auch euer Brot kann nicht davonschwimmen. Der Hakenköder ist zwar angeleint, allerdings empfielt es sich, wie zuvor erwähnt, ein paar mehr Stücken Brot ins Wasser zu schmeißen. Dieses würde auf der ablandigen Seite dann aber von euch wegtreiben und mit ihm die Fische…

Das zusätzliche Brot ist übrigens einer der wesentlichen Erfolgsgaranten. Es lockt zuerst die kleinen Weißfische an, die ständig in einem Affenzahn durchs Gewässer düsen, um als erster am Futterplatz zu sein. Diese machen dann umgehend die Karpfen auf sich aufmerksam und gleichzeitig sorgloser in der Aufnahme des Brotes. Haben die Karpfen dann ein paar Brotflocken ohne Gefahr eingesaugt, sind sie nahezu angstfrei eurem Köder gegenüber und saugen auch diesen vehement ein.

Findet sich auch nach einiger Zeit kein Karpfen am Platz ein, kann es hilfreich sein, ein paar Flocken von der gegenüberliegenden, ablandigen Seite über den Tümpel treiben zu lasssen. Sie fungieren damit sozusagen als Search-Bait. Sichtet ihr den ersten Karpfen, schmeißt ihr ihn im Abstand von ca. zwei bis drei Metern an, jenachdem, wie scheu er ist, am besten in seiner Schwimmbahn. Ist er noch zu weit weg, versucht ihr ihn mit weiteren Krumen dichter an euch heranzulocken.

Karpfen sind Fressmaschinen, deshalb braucht ihr eigentlich keine Angst zu haben, dass ihr die Fische irgendwann sättigt. Allerdings ist es trotzdem besser, nicht zuuu viel Brot zu füttern, da sonst euer Hakenköder natürlich etwas in der Masse untergeht. Beißt der Karpfen dann endlich, werdet ihr den Drill eures Lebens erleben, falls ihr zuvor nur reine Fliegenfischer wart.

Foto: Ich geh angeln

Nach dem „O’schädeln“ serviert ihn am besten als Frikadelle an einem frischen Stückchen Brot.

Wie wir diese Tipps und Tricks beim Angeltripp mit Fishing King und hejfish selbst ausprobiert haben, seht ihr übrigens bei Ich geh angeln auf Youtube.


Viel Spaß!

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