Angeln im Februar – wo sind denn nur die Fische?

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Im Februar ist es kalt! Laut Wetter.de liegt das mittlere Temperaturmaximum für Deutschland bei 3,5°. Wer im Februar angeln gehen möchte, muss deshalb nicht nur warme Kleidung einpacken, sondern findet am Gewässer gänzlich anderen Bedingungen vor. Damit du von diesen nicht überrascht wirst und dein Angelausflug erfolgreich wird, haben wir für dich alle wichtigen Informationen für das Angeln im Februar zusammengetragen.

Wann im Februar am besten angeln?

Vielen Angler stellt sich diese Frage, weil sie versucht haben im Februar an ihrem Gewässer zu angeln und nichts gefangen haben. Die Schlussfolgerung ist, es lag an der Tageszeit, dem Wetter oder dem Mond. Dabei hängt es oft damit zusammen, dass du einfach an der falschen Stelle dein Glück versucht hast, ohne zu berücksichtigen, dass die Fische sich bei kalten Wassertemperaturen komplett anders verhalten, als im Sommer.

Was ist die Herausforderung beim Angeln im Februar?

Fische sind wechselwarm, das heißt ihre Körpertemperatur passt sich der Wassertemperatur an. Bei geringen Wassertemperaturen sinkt die Aktivität der Fische und ihr Stoffwechsel ändert sich. Sie versuchen so wenig Energie wie möglich einzusetzen, um Nahrung aufzunehmen oder sich fortzubewegen. Aus diesem Grund verändern viele Fische ihre Position im Gewässer und suchen wärmere Orte. 

Im Februar ist es wichtig, die Wassertemperatur, seine physikalische Besonderheit und das Verhalten der Fische zu kennen. Denn besonders im Februar können die Bedingungen von einem Tag auf den anderen wechseln. Wenn du Außentemperaturen unter 4° vorfindest und die Wasseroberfläche kälter als 4° ist, kannst davon ausgehen, dass sich die Fische im tieferen Bereich (Hypolimnion) aufhalten.

Das liegt daran, dass Wasser bei 4 °C die höchste Dichte hat, d. h. diese Wasserschicht sinkt ab. Im Winter ist es also in den tieferen Schichten wärmer. Wenn die Außentemperatur steigt und sich die Wasseroberfläche 1-2° über 4° aufwärmt, verlassen die Fische den tieferen Bereich und kommen nach oben. 

Es ist also wichtig, im Februar die Wassertemperatur genau im Blick zu halten um ggf. die Strategie zu wechseln und andere Stellen zu beangeln.

hejfish-Tipp: Einige Fische, z. B. Haie, haben die Fähigkeit entwickelt, im kalten Wasser durch gezielte Muskelkontraktionen selbstständig ihre Körpertemperatur für die Jagd zu erhöhen.

Welche Rolle spielt der Wind beim Angeln im Februar?

Ok, an windstillen Tagen können wir uns auf das Thermometer verlassen und wissen ungefähr, wo die Fische stehen. Doch was passiert, wenn sich der Wind einmischt?

“Mischen” ist das Stichwort, denn der Wind spielt eine wichtige Rolle bei der Durchmischung des Wassers im Winter. Er bringt das Wasser im Winter, neben der Konvektion durch den Temperaturunterschied zwischen Deckschicht (Epilimnion) und Sprungschicht (Metalimnion), zusätzlich in Bewegung. Dadurch wird warmes Wasser der Sprungschicht nach oben gedrückt.

hejfish-Tipp: Wenn du mehr über das Ökosystem von Binnengewässern lernen möchtest, solltest du dich mit der Limnologie befassen.

Wo sind die Hotspots im Februar?

  • Löcher
  • Gumpen
  • Häfen
  • Warme Einflüsse
  • An Flüssen in ruhigeren Zonen, da die Fische ihre Energie nicht für den Kampf gegen die Strömung verschwenden möchten

Finde die warmen Stellen im Gewässer, denn dort sind die potenziellen Hotspots. Wenn es dort noch zusätzliche markante Punkte, wie Barschberge o. Ä. gibt, sind deine Erfolgschancen sehr hoch.

Was beißt im Februar?

Nachdem wir nun wissen, wo die Fische im Februar zu finden sind, werfen wir einen Blick auf ihr Jagdverhalten. Da viele Fische im Winter ihren Stoffwechsel herunterfahren sind sie sehr träge und lassen sich nur von wirklich leckeren Brocken verführen.

Aal angeln im Februar

Aale gehen im Februar nur auf Jagd, wenn sie großen Hunger haben. Normalerweise verstecken sie sich und harren aus. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Schlängler ist also sehr gering und besteht eher an wärmeren Tagen. Ab 10 Grad Wassertemperatur kannst du aber dein Glück wieder probieren.

Wichtig: Beachte unbedingt die geltenden Schonzeiten in deinem Bundesland! Möglicherweise kannst du in deinem Bundesland im Februar nur einige der folglich genannten Fische angeln.

Im Februar auf Barsch angeln

Barsche sind auch im Winter in Schwärmen unterwegs und in den unteren Schichten des Gewässers zu finden. Sie beißen recht gut und sind ein idealer Zielfisch für das Angeln im Februar

Auf Hecht angeln

Hechte findest du im Februar dort, wo sich die Friedfische aufhalten. Suche an tiefen Stellen im Gewässer oder an warmen. Die Räuber beißen jetzt lieber auf größere Köder, um so wenig Energie wie möglich für die Jagd aufzuwenden. Ein guter Tipp ist es, den Köder langsam über den Boden zu führen.

Karpfen angeln im Februar

Karpfen sind im Februar nur schwer zu überlisten. Am besten versuchst du es bei Warmwassereinläufen und an warmen Tagen. Leichtes anfüttern hilft, um die Fische in Fresslaune zu halten und einen Futterplatz zu etablieren. Diese Tipps helfen dir auch beim Angeln auf andere Friedfische, wie Rotaugen, Schleien oder Brassen.

Quappen im Februar angeln – die Ausnahme

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Während die anderen Fische im Winter ihren Stoffwechsel runterfahren und auf Sparflamme laufen, dreht die Quappe richtig auf. Im Winter ist die Laichzeit und dementsprechend sind die Fische sehr aktiv.

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Wo im Februar angeln?

Wir haben dir eine Liste von Gewässern zusammengestellt, an denen du im Februar angeln kannst.

Gewässer in Österreich für das Angeln im Februar:

Gewässer in Deutschland für das Angeln im Februar:

In unserem Beitrag zum 365 Tage im Jahr angeln, findest du eine ausführlich Liste mit Gewässern, an denen du im Februar angeln kannst.

Was solltest du beim Angeln im Februar noch beachten?

Es ist kalt! Du brauchst also warme Kleidung und Handschuhe. Nimm dir auch heißen Tee oder eine heiße Suppe mit ans Gewässer, dann bleibt dir länger warm.

In diesem Beitrag findest du ein paar Tipps, damit du beim Angeln im Februar warm bleibst.

Versuche keine geflochtene Schnur einzusetzen, denn diese saugt das Wasser auf und kann gefrieren. Halte am besten eine Ersatzspule mit monofiler Schnur vor, um je nach Situation gewappnet zu sein.

hejfish-Tipp: Der große Vorteil beim Angeln im Februar ist, dass der Angeldruck an vielen Gewässern sinkt, da nicht viele bei den kalten Temperaturen angeln möchten. Damit steigen deine Fangchancen!

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