Diese 21 Gewässer in Deutschland sind perfekt zum Nachtangeln

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Als Jungangler gibt es nichts Aufregenderes als das erste Mal bei Nacht auf Karpfen, Zander oder Aal zu angeln. Zusammen mit den besten Angelkumpels im Zelt oder unter dem Schirm am Vereinsgewässer zu sitzen – das Knicklicht an der Pose fest mit den Augen fixiert – ist einfach ein erstklassiges Erlebnis, das sich einbrennt. Deshalb bleibt das gemeinsame Nachtangeln mit den Freunden auch bei vielen erwachsenen Petri-Jüngern ein regelmäßiger Termin.

Natürlich wird man durch die gesammelte Erfahrung gelassener und springt nicht gleich bei jedem Zupfen auf und auch das Equipment wird besser gewählt. Eines bleibt allerdings gleich – Nachts herrscht einfach eine gänzlich andere Stimmung am Wasser. Du lernst das Gewässer und seine Bewohner nicht nur durch deine Augen, sondern auch mit den Ohren über ihre Geräusche kennen.

Gründe für das Nachtangeln:

  1. Nervenkitzel – eine eingeschränkte Sicht und das gänzlich andere Verhalten der Tiere sorgen für einzigartige Momente
  2. Verstärkte Fangchancen für einige Fischarten
  3. Nächtliches Panorama mit Sternenhimmel und Mond
  4. Mehr Zeit für das Hobby – nachts stehen weder Familie noch Beruf dem Angler im Weg
  5. Sonnenaufgang mit leichten Nebelschwaden über der Wasseroberfläche und morgendlichen Vogelgezwitscher
  6. Quatsch und Tratsch mit den Angelkumpels

FAQ zum Nachtangeln in Deutschland

Was ist Nachtangeln?

Das Nachtangeln startet abends und geht meistens bis spät in die Nacht hinein oder dauert über die Nacht hinweg. Zielfische sind oft Aal, Karpfen oder Zander und es wird meistens auf Grund oder per Pose geangelt.

Wann darf ich Nachtangeln?

Ob das Nachtangeln erlaubt ist, kannst du in der Gewässerordnung des Gewässereigentümers/-pächters nachlesen. Um schnell zu erfahren, ob du an einem Gewässer in Deutschland Nachtangeln darfst, kannst du auf hejfish.com das Gewässer suchen. Dort wird dir angezeigt, ob das Nachtangeln erlaubt ist. Ebenfalls praktisch ist, du kannst gleich die passende Angelkarte erwerben.

hejfish Angel-Tipp: Bei manchen Gewässern in Deutschland gibt es eine separate Angelkarte für das Nachtangeln.

Wie hoch ist die Strafe für das Nachtangeln, wenn es verboten ist?

Die Strafe für das Nachtangeln an Gewässern, an denen dies nicht erlaubt ist, ist abhängig vom Bundesland und der jeweiligen Fischereiordnung. An manchen Gewässern ist ein Bußgeld zu entrichten, an anderen kann es zu sehr hohen Geldstrafen und dem Entzug der Fischereiberechtigung kommen. In Baden Württemberg zum Beispiel ist das Nachtangeln flächendeckend verboten.

hejfish Angel-Tipp: Auch das Schlafen beim Auslegen der Angeln kann an einigen Gewässern zu einem Bußgeld führen, da die Aufsichtspflicht über die Angeln verletzt wurde.

Welche Fische fängt man am besten beim Nachtangeln an Gewässern in Deutschland?

Wer Nachtangeln geht, hat oft bestimmte Zielfische im Sinn. Denn es gibt einige Fischarten, die besonders nachts aktiv sind. Dazu gehören Räuber, die nachts in Ufernähe nach köstlichen Weißfischen suchen. Ein sehr beliebter Zielfisch für das Nachtangeln ist der Zander. Dieser ist lichtscheu und wird tagsüber nur in größeren Tiefen gefangen. Nachts kommt der Zander dann zum Jagen in Ufernähe.

An manchen Gewässern kann auch auf Hecht in der Nacht geangelt werden. Dies funktioniert meistens, wenn tagsüber ein hoher Angeldruck auf dem Gewässer herrscht. Die Tiere passen sich an und verlegen ihre Nahrungsaufnahme in die Abendstunden.

Ein weiterer sehr beliebter Zielfisch für das Nachtangeln ist der Aal. Dieser raubt besonders gerne nachts und kommt aus seinem Versteck hervor, in dem er sich tagsüber ausgeruht hat. Mit Würmern kannst du nachts den Aal locken. Manchmal ist anstelle eines dicken Aals auch ein großer Wels am Haken, der sich die Würmer hat schmecken lassen.

Unter den Friedfischen sind Karpfen, Rapfen und Döbel beliebte Fische zum Nachtangeln. Karpfen gehen gerne in den Abendstunden an ihre Futterstellen. Dies kannst du gezielt ausnutzen.

Was braucht man zum Nachtangeln?

Für das Nachtangeln gibt es einiges an Pflicht-Ausrüstung, damit du den Angeltrip gut überstehst. Diese unterscheidet sich zum Teil von der Ausrüstung, die man tagsüber dabei hat. Besonders erwähnenswert ist eine gute Lampe (plus Ersatzbatterie!). Dazu zählt nicht nur eine Taschenlampe, sondern am besten eine Kopflampe, die zudem auf Rotlicht umschaltbar ist. Dieses wird von den Tieren schlechter wahrgenommen.

hejfish Angel-Tipp: Das direkte Bestrahlen der Wasseroberfläche mit Licht solltest du nachts vermeiden, um die Fische in Ufernähe nicht zu verscheuchen.

Regenwolken ziehen auf
Wenn abends die Regenwolken aufziehen, hast du hoffentlich die Regenjacke dabei und einen Unterstand. (Foto: Original auf Flickr von Nicola nach CC BY 2.0)

Falls du im Sommer zum Nachtangeln gehst, reicht dir eventuell ein gemütlicher Angelstuhl. Dieser schützt allerdings nicht vor Regen. An vielen Gewässern ist das Zelten nicht erlaubt, aber du kannst dich beim ansässigen Verein erkundigen, ob ein Angelschirm gestattet ist, der dich mit einem Überwurf vor Regen schützt.

Ein weiteres wichtiges Ausrüstungsstück ist ein passender Bissanzeiger. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen zu kaufen. Für das Posenangeln lohnen sich optische Bissanzeiger, wie Knicklichter. Es gibt aber auch Aalglocken oder elektronische Bissanzeiger, die mit ihren Geräuschen auf den Biss aufmerksam machen. Deine Angelrute solltest du zudem am besten auf einen Rutenhalter ablegen, damit sie dir bei einem starken Biss nicht ins Wasser gezogen wird, während du dich noch aus dem Schlafsack pellst.

Wärmende Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen schützt nicht nur vor der Kälte, sondern auch vor fiesen Mücken. Eine gute Regenjacke sollte immer dabei sein.

Damit du beim Warten auf den Biss nicht vor Müdigkeit einschläfst, helfen heißer Kaffee aus der Thermoskanne, Tee oder Energy Drinks. Aber natürlich kannst du auch deinen Schlafsack und eine Liege mitbringen, um dich auszuruhen. Wo wir bei stärkenden Getränken sind, etwas zum Essen darf natürlich auch nicht fehlen. Nimm aber auf jeden Fall eine Mülltüte mit, um deine Abfälle später in einer Mülltonne zu entsorgen.

Tipps und Tricks zum Nachtangeln an Gewässern in Deutschland

Der wichtigste Tipp zuerst – Fische sind wechselwarme Tiere. Das heißt, dass ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur angepasst ist. Wenn es zu kalt, wird sinkt die Aktivität der Schuppenträger. Über den Daumen gepeilt ist das bei unter 10-12 Grad Wassertemperatur der Fall. Ist es nachts zu kalt, solltest du lieber am Tag angeln gehen. Deshalb eignen sich das späte Frühjahr, die Sommermonate und der Frühherbst eher als Winter oder Spätherbst für das Nachtangeln. Allerdings sind die lauen Sommernächte auch für den Angler angenehmer.

Laute Geräusche durch Musik oder laute Unterhaltungen sowie das Aufstampfen in direkter Ufernähe solltest du vermeiden. Das Aufstampfen erzeugt Vibrationen, die die Fische mit ihrem Seitenorgan aufnehmen und verscheuchen. Auch grelles Licht solltest du vermeiden. Falls du mit einem Zelt oder unter einem Schirm in Ufernähe angelst, lohnt es sich, dieses mit der Front abgewandt zum Gewässer aufzustellen. So kannst du im Zelt eine Lichtquelle nutzen, ohne bedenken zu haben, die Fische zu vertreiben.

Deine Köder solltest du am besten präparieren, bevor du Mückenspray benutzt. Dieses hat oft einen starken Geruch, der dann an deinem Köder bleibt. Für Raucher empfiehlt sich eine Wäscheklammer.

Ein großes Problem beim Nachtangeln ist, genau die Stelle zu treffen, die man vorher angefüttert hat. In der Nacht fällt die Orientierung schwer und man weiß nicht genau, wo die Montage nun landet. Um eine Orientierung zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick zur anderen Uferseite. Präge dir die Silhouetten der Bäume und Sträucher ein. Ein weiterer guter Trick ist, bereits tagsüber das Auswerfen zu trainieren und sich Kraft und Position einzuprägen.

Als Nachtangler muss man Purist sein. Jedenfalls, was das Equipment angeht. Nimm nur das Nötigste mit, das du für deine Nacht am Gewässer brauchst und bereite die Ruten und Montage gut vor. Im Dunkeln fällt es schwer, eine neue Montage für die Angel zu basteln und im schlimmsten Fall gehen dir Ausrüstungsgegenstände verloren.

Ein Ordnungssystem hilft dir, schnell die notwendige Ausrüstung zu finden. Wenn du eine Abhakmatte benutzt, kannst du dort gleich Waage und Hakenlöser platzieren. Sehr nützlich ist auch ein helles Tuch, auf dem du Ausrüstung ablegen kannst. Dieses erkennst du auch in einer sehr dunklen Nacht.

Am besten ist es noch tagsüber am Angelplatz anzukommen. So kannst du in Ruhe dein Equipment auspacken und die Angelstelle für das Nachtangeln vorbereiten. Dazu gehört das Beseitigen von Hindernissen, wie großen Steinen oder Ästen, sowie das Markieren von Stolperfallen. Helle Tücher oder Knicklichter sind dabei sehr hilfreich. Diese lassen sich auch gut an den Zeltseilen montieren.

Wenn du keinen unangenehmen Besuch von Ratten haben möchtest, verschließe deine Köder und Vorräte gut. Dafür eignet sich ein verschließbarer Eimer oder eine Angeltasche mit vielen Fächern. Zur Not kannst du diese auch in einen Baum hängen.

Wo ist das Nachtangeln in Deutschland erlaubt?

Viele erfahrene Angler, die gerne mal an einem anderen See oder Fluss ihr Hobby ausüben möchtent, stellen sich die Frage – an welchen Gewässern darf ich in Deutschland Nachtangeln? Wir haben euch 21 hejfish-Gewässer in Deutschland aufgelistet, an denen das Nachtangeln erlaubt ist:

Niedersachsen

  • Leine (Northeim): Wenn du auf Aal und Zander in der Nacht angeln möchtest, bist du hier genau richtig.
  • Elbe-Seitenkanal: Das Anzünden von Feuern ist verboten und das Zelten ist nur auf den Campingplätzen erlaubt. Der Elbe-Seitenkanal ist sehr beliebt für das Nachtangeln auf Zander. Nachts solltest du unbedingt verschiedenen Köder probieren – tote Köderfische, Fischfetzen, Tau- oder Mistwürmer fangen sowohl Zander als auch stattliche Raubaale.
  • Hadelner Kanal: Das Anzünden von Feuern und das Aufstellen von Zelten sind untersagt. Der Angelverband Niedersachsen hat nach dem Bestandsfischen im Hadelner Kanal ein reiches Aal-Revier bescheinigt.
  • Steinhuder Meer: Hier kannst du das ganze Jahr über angeln. Nachts ist es sogar besser, da tagsüber relativ viel Touristenbetrieb am Steinhuder Meer herrscht. Der See ist zudem berühmt für die Steinhuder Aale.
  • Große Aue bei Steyerberg: Das Angeln mit Kunstködern ist an der Großen Aue nicht erlaubt. Dafür kannst du mit bis zu 4 Ruten gleichzeitig angeln.
  • Große Aue bei Varrel: Sehr gutes Gewässer für das Angeln auf Aal, Brassen und Karpfen. Am Ufer erwartet dich meistens ein ebener Rasenbewuchs, der leichte Zugänglichkeit zum Gewässer ermöglicht. Bei den häufig anzutreffenden Seerosen-Felder solltest du unbedingt mal mit der Spinnrute nach Hechten testen.
  • Alveser See: Du darfst 3 Ruten mit je einem Haken auslegen. Davon dürfen höchstens zwei mit Raubfischmontagen ausgestattet sein. Im Alveser See findest du viele Hechte, Aale, Karpfen und Schleien.

Schleswig-Holstein

  • Eider: Die Eider ist bekannt für ihren hervorragenden Fischbestand an Hecht, Zander und Waller. Nachts werden hier überdurchschnittlich große Karpfen und Aale gefangen. Das Nachtangeln ist aber nur streckenweise erlaubt.
  • Mözener See: Der Mözener See hatte lange mit Gewässerverunreinigungen zu kämpfen. Durch das umfangreiche Sanierungskonzept der Fischereigenossenschaft, konnte die Wasserqualität allerdings verbessert werden. Im Mözener See werden Zander, Hechte, Aale und Karpfen gefangen.

Nordrhein-Westfalen

  • Lippe: An der Lippe ist maximal eine Stellangel erlaubt. Das Zelten, abbrennen von Lagerfeuern, Grillen sowie die Verwendung von Einweg Maden- und Wurmdosen sind verboten. Die Lippe hatte einst einen schlechten Ruf. Nach Renaturierungsmaßnahmen und dem Rückbau in einigen Bereichen gilt sie aber wieder als wertvolles Angelgewässer.
  • Axtbach & Ems: Der Axtbach ist ein kleines, überschaubares Gewässer, jedoch ist er sehr fischreich und hat einen guten Aalbestand.

Bayern

Hessen

Brandenburg

Sachsen-Anhalt

  • Großer Goitzeschesee: Der Goitzeschesee ist für seinen hervorragenden Zanderbestand und die großen Welse bekannt. Das Zelten bzw. Campen ist erlaubnispflichtig und darf nur auf dafür vorgesehenen Flächen erfolgen. Dabei muss zum Schutz der Natur ein Zelt ohne Boden verwendet werden.

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