Bleifrei Angeln mit Fischsteinen

Lesezeit: 4 Minuten

Blei spielt in der Geschichte des Angelns eine zentrale Rolle. Bei vielen Angelausrüstungen sind Bleigewichte seit jeher ein Muss (mit Ausnahme des Fliegenfischens). Dabei gibt es mittlerweile attraktive und nachhaltige Alternativen zum Angeln mit Blei, die gut für die unsere Umwelt sind.

Wir haben Karsten Jaszkowiak, Gründer von „FISHSTONE“, einem Berliner Unternehmen für nachhaltiges Angelequipment, getroffen. Karsten stand uns in der Fischerhütte Rede und Antwort, warum bleifreies Angeln ein aktuelles Thema, worin die Vorteile für Angler und Umwelt liegen und, wie aus einem Stück Fahrradschlauch die Idee für ein Unternehmen entstand.

Hol dir deine Angelkarte online!

Für über 700 Gewässer in
Deutschland und Österreich

Welche Rolle spielt Blei beim Angeln?

Geschichtlich gesehen spielt Blei in jeglichen Angelbereichen schon immer eine wichtige Rolle. Jahrelang gab es auch keine anderen Optionen, zumal das Blei zweifellos seinen Zweck erfüllt. Erst in den letzten Jahren sind Angebot wie auch Nachfrage an Alternativen zum Angeln mit Blei stark gestiegen.

Lange Zeit wurden also die Auswirkungen von Blei beim Angeln nicht hinterfragt. Fakt ist jedoch, dass Blei ein toxisches Schwermetall ist, das nicht biologisch abbaubar ist. Bedenkt man diese Umweltrisiken, stellt sich allerdings die Frage nach Alternativen zum Blei. Und: Die Lösungen sind durchaus vorhanden, wie zum Beispiel beim Angeln mit FiSHSTONEs.

Fakten zum Blei: Wusstest du schon…?

  • In Europa werden pro Jahr bis zu 6.000 Tonnen Blei durch Angler verbraucht. [2]
  • In Dänemark wurden der Verkauf und der Import von Blei für das Angeln bereits vor einigen Jahren verboten. Zuvor lag der Verbrauch zwischen 97 und 170 Tonnen Blei pro Jahr. [3]
  • Beim International Balaton Carpcup (IBCC) versenken Angler mehrere Kilo Blei in einer Woche! Seit 2019 dürfen keine Lead Clips bzw. Systeme, bei denen man das Blei im Drill verliert, verwendet werden. [4]

Warum ist „bleifrei Angeln“ ein aktuelles Thema?

Die Produktion von Blei ist sehr energieaufwändig. Die jährliche Produktion von 6.000 Tonnen Blei verbraucht mindestens 80 000 Gigajoule Energie. Dies entspricht der CO2-Emission von ca. 18.000 Tonnen im Jahr. Denken wir an unsere begrenzten Ressourcen, ist das eine besorgniserregend hohe Zahl.

Das Aufkommen erster „Bleiverbote“ in einzelnen Ländern Europas ist ein Zeichen und wohl ein wichtiger Punkt, der den Stein auch in breiteren Regionen ins Rollen gebracht hat. Jedenfalls sind Tendenzen erkennbar, dass sowohl in Deutschland als auch europaweit die Gesetzgebung den akuten Handlungsbedarf erkennt. Genauere Regelungen oder Gesetze gibt es bspw. in Deutschland allerdings bislang nicht.

Inwiefern schadet Blei der Umwelt?

Die Folgen von Blei im Wasser sind eher indirekt. Was ich damit sagen will ist, dass sich Blei im Wasser nicht direkt auflöst, sondern relativ stabil ist. Dennoch können sich – gerade bei großen Mengen im Wasser und unter gewissen Bedingungen – Anteile herauslösen. Durch Abnützungen am Grund können sich kleinste Bleipartikel lösen und gelangen so ins Wasser und in die Umwelt.

Diese kleinen Bleigewichte stellen eine beträchtliche Gefahr für Fische und Vögel dar, denn insbesondere Vögel fressen sie. In England war das sogar die größte Einzeltodesursache bei Schwänen, infolge wurde die Verwendung von Blei zwischen 1 und 40 Gramm verboten.

Außerdem reiben sich die Beschichtungen, die bei einigen Bleigewichten vorhanden sind, aus Kunststoff bestehen und oftmals zur Tarnung eingesetzt werden, schnell ab. Sie dienen lediglich dazu, etwas Unnatürliches „natürlich“ aussehen zu lassen. Alternativen, wie wie Fischsteine, brauchen keine Beschichtung.

Ein ganz wesentlicher Faktor ist die Erzeugungskette im Hintergrund: Blei wird hochenergetisch und mit großem Aufwand aus dem Boden geholt, nur um es dann wieder in unseren Gewässern zurückzulassen. Dabei entstehen mit Schwermetall verunreinigte Abfallstoffe und Schmutzwasser. Und all dieser hohe Aufwand wird betrieben, owohl es so einfache und natürliche Alternativen gibt!

Wie kann ich bleifrei angeln?

Angeln ohne Blei heißt zum Einen, Ressourcen zu schonen und zum anderen, die Gewässer von Schadstoffen freizuhalten. Eine mögliche Alternative sind daher die flexiblen Stein-Angelmontagen von FISHSTONE – die ursprünglich für das Karpfenangeln entwickelt und später für andere Angeltechniken weiterentwickelt wurden. Außerdem setzen wir bei FISHSTONE ganzheitlich auf das Thema Nachhaltigkeit: Das beginnt bei Plastik aus biologisch abbaubarem Kunststoff (Maisstärke), das sich zersetzt, geht über Gummizüge aus biologischem Naturkautschuk und reicht bis zur plastikfreien Verpackung.

Über FISHSTONE

Mehr über die Stein-Angelmontagen von FISHSTONE und rund um das Thema „bleifrei angeln“ erfährst du hier.

Quellenverzeichnis

[2] European Commission: Advantages and drawbacks of restricting the marketing and use of lead in ammunition, fishing sinkers and candle wicks, Final Report 2004, S. 90-94.

[3] Lassen et al. 2003: Ean final report, Denmark, S. 90

[4] http://ibcc.hu/english/balaton-szabalyzat/ => 11. Fishing rules

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.