Angelgedichte von Goethe und Co.

Lesezeit: 4 Minuten

Angeln und Fischen sind schon sehr lange ein wichtiger Teil des Lebens der Menschen. Die Kunst des Fischfangs ernährt und beschäftigt die Armen und die Reichen gleichermaßen. Arbeitgebend für viele Menschen und Hobby für viele Andere, befassten sich auch viele Dichter mit dem Thema und schrieben Angelgedichte. Ein paar davon – einige berühmter als andere, aber die weniger Bekannten sind dafür genauso schön – kennst du wahrscheinlich auch. Wir von hejfish haben uns von der Literatur inspirieren lassen und ein paar wunderschöne Angelgedichte für dich herausgesucht, die dir gefallen könnten.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) “Der Fischer”

Portrait Johann Wolfgang von Goethe

Im Gedicht “Der Fischer”, geht es – Überraschung – um einen Fischer, der das Meer beangelt. Dort holt er sich immer wieder die kleinen, armen Fischlein aus dem Wasser, damit er überleben kann. Eines Tages kommt eine schöne Meerfrau, die ihm von den Problemen Unterwasser, die er verursacht, erzählt, während sie ihn verführt und langsam zu sich ins Wasser mitzieht. Schlussendlich folgt er ihr dann ins kühle Nass und ertrinkt kläglich. Diese Ballade ist sicher das bekannteste Gedicht im deutschsprachigen Raum, das vom Angeln handelt, und die meisten unter uns haben wahrscheinlich in ihrer Schulzeit damit gearbeitet. Es ist aber auch ein wunderschönes Gedicht, und falls du dir die ganze Version mit Goethes wunderschöner Sprache durchlesen willst, findest du sie hier.

Angelgedichte von August von Platen (1796-1835) “Das Fischermädchen in Burano”

Portrait August von Platen

Ein etwas unbekannteres Gedicht ist “Das Fischermädchen von Burano”, das 1833 von August von Platen verfasst wurde. Das Gedicht ist im Vergleich zu Goethes Meisterwerk um einiges länger, aber auch sehr gut. Das Gedicht handelt von einer jungen Fischersfrau, die in Burano (eine Insel bei Venedig) auf ihren Geliebten wartet. Dabei erzählt sie den Schwestern von den Städten und Orten rund um Venedig, die alle einmal eine wunderschöne, längst vergangene Blütezeit hatten. Sie erzählt auch die Geschichten und Legenden eines alten Greises, der im Ort wohnt. Das Gedicht ist sehr schön, und falls du dir die gesamte Version anschauen willst, dann tu das am besten hier.

Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) “Der Fisch-Teich”

Gemälde Barthold Heinrich Brockes - Angelgedichte

“Der Fisch-Teich” von Barthold Heinrich Brockes ist ein relativ langes Gedicht, aber das stört nicht, denn es ist ebenso lang wie wunderschön. Es wird im Gedicht von einem Fischteich erzählt, der liebevoll beschrieben wird. Jeder noch so kleine Aspekt des Teichs wird behandelt, als wäre er das wichtigste der Welt. Noch dazu wird Gott geehrt und ihm gedankt, weil er so wundervolle Sachen wie Fischteiche kreiert. Der Spaß, den es macht, Fische zu füttern, und wie unglaublich und wunderschön Fische doch sind, sind auch im Text vertreten. Insgesamt wird einfach alles sehr gut beschrieben, und es ist ein Genuss, sich dieses Gedicht mit einer Tasse Tee oder einer Angel in der Hand durchzulesen und es einfach auf sich wirken zu lassen. Du solltest es auch probieren, und falls du das willst, kannst du das hier.

Angelgedichte von Hermann Löns (1866-1914) “Der schöne Fisch”

Statue Hermann Löns

Das Gedicht “Der schöne Fisch” ist ein kurzes Gedicht aus der Ich-Perspektive und wahrscheinlich das Gedicht auf der Liste, das am wenigsten mit dem Angeln und Fischen zu tun hat – aber es wird trotzdem ein großer Fisch gefangen. Im Gedicht geht es um einen Mann, der bei einem Teich vorbei geht und darin eine Gestalt sieht und sich wundert, weil sie ihn gar nicht an einen Fisch erinnert. Sie hat nämlich schöne blaue Augen und einen roten Mund, was den Mann sehr verwundert. Du hast richtig geraten, es ist eine Frau! Das merkt der Mann auch bald, was ihn aber nicht dazu bringt, sie in Ruhe zu lassen, sondern ihn dazu bewegt, ihren Rock mitzunehmen. Hoffen wir mal, dass nicht alle Angler zu der Zeit so waren und es heute nicht mehr sind!! Falls du dir das Gedicht einmal durchlesen willst, kannst du das hier.

Ludwig Tieck (1773-1853) “Der Fischfang”

Portrait Ludwig Tieck - Angelgedichte

Das Gedicht “Der Fischfang” ist eindeutig das romantischste Angelgedicht auf dieser Liste, und ich kann mir vorstellen, dass einige Angler auch gerne hätten, was hier dem Fischer in diesem Gedicht passiert. Den Namen trägt das Gedicht, weil der Fischer einen richtig fetten „Fang“ macht. Er ist nämlich unglaublich traurig, weil er seine Geliebte vermisst und geht fischen, um dort über sie in Ruhe nachzudenken. Urplötzlich spricht ihn plötzlich etwas aus dem Wasser an und – Überraschung! – es ist seine Geliebte, die ihm aus dem Wasser kommend in die Arme fällt. Unglaublich romantisch, aber vielleicht nicht die beste Inspiration für alle Partner/innen von Angler/innen, da man schon relativ lang im Wasser bleiben muss. Falls du es aber doch ausprobieren willst, ist hier das Gedicht für ein romantisches Date am (im) Wasser.

Wir hoffen, diese Angelgedichte inspirieren dich ebenso, wie sie uns inspiriert haben. Jetzt bist du bereit für einen neuen, poesieerfüllten und naturbewussten Angeltag!

Bildquellen

  • Joseph Karl Stieler – Transferred from nds.wikipedia to Commons..org by G.Meiners at 12:05, 15. Okt 2005., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=375657
  • Johann Moritz Rugendas – Originally from de.wikipedia (Bild:Platen-Hallermünde, August Graf von.jpg, all user names refer to de.wikipedia):2004-10-31 19:17 Xarax 398×528×8 (115257 bytes) August Graf von Platen-Hallermünde (Gemälde), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1456650
  • Balthasar Denner – http://www.portraitindex.de/documents/obj/33200755, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13286224
  • Axel Hindemith – Own work (Original text: selbst erstellt), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8364314,
  • Joseph Karl Stieler – Meyers Konversationslexikon, 1906Scan by Magnus ManskeFirst upload to de.wp 12:33, 17. Mär 2003 by Magnus Manske, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=770495

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.