Angeln am Rhein in Nordrhein-Westfalen

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Der Rhein ist für seine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft bekannt. Auf 1.232 Kilometern durchzieht der Strom West- und Mitteleuropa bis er in der Nordsee mündet. Dabei durchfließt er die Schweiz, Österreich, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Der Rhein ist der zweitlängste Fluss Deutschlands und eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt.

Ab 1827 begann der erste Schiffslinienverkehr zwischen Köln und Mainz. Das war der Beginn einer Wirtschaftsblüte. Das Rheintal galt schon bald als Muss für viele nationale und internationale Touristen. Heute zieht es jedes Jahr Millionen Menschen von nah und fern an den Rhein, insbesondere an den Mittelrhein. 

Burgruinen, die Loreley, malerische Städte oder idyllische Flussabschnitte warten auf die Besucher. Seit Juni 2002 ist der romantische Mittelrhein in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen und damit unter besonderen Schutz gestellt. Neben Transport und Tourismus ist der Rhein auch Grundlage für den Weinanbau, Wasser- und Kernkraft.

In den vergangenen Jahren hat sich das Angeln am Rhein gewandelt. Das Wasser ist nun weniger belastet und klarer, was Auswirkungen auf den Fischbestand hat. Friedfisch- und Raubfischangler gleichermaßen finden ein reiches Revier und kommen an dem Fluss voll auf ihre Kosten. Regelmäßig gibt es Nachrichten von Welsen mit bis zu über 2 Metern, sowie Riesen-Hechten und kapitalen Zandern .

hejfish-Tipp: Der Name „Rhein“ geht möglicherweise auf die indogermanische Wortwurzel für „fließen“ zurück. Aus dieser Wurzel entstanden u. a. auch das deutsche Verb „rinnen“, das altgriechische Verb ῥέω (fließen), das lateinische rivus (Fluss) – daraus dann spanisch rio und englisch river. [Quelle: Wikipedia]

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Besonderheiten für das Angeln am Rhein in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen geht der Mittelrhein in den Niederrhein über und durchfließt die gesamte Region bis er in das Rheindelta mündet. Der Strom durchfließt dabei die Metropolregion Rhein-Ruhr, mit Duisburg, einer wichtigen Hafenstadt und dem größten Binnenhafen Europas.

Für Angler ist der Rhein in Nordrhein-Westfalen ein sehr spannendes Gewässer, das sehr vielen Fischarten Lebensraum bietet. Der Fluss ist aber auch sehr anspruchsvoll. Aufgrund des ständig wechselnden Rhein-Wasserpegels, der Schifffahrt und unterschiedlichster Wassertrübungen ist es besonders für Anfänger oftmals nicht einfach, den fängigsten Köder oder die richtige Futtermischung auszuwählen.

Rhein mit Blick auf Düsseldorf, Brücke und Schiffen.
Rhein bei Düsseldorf | Foto von Pixabay

Zudem hat sich in den letzten Jahren ein großer Bestand an Schwarzmundgrundel im Rhein breitgemacht. Naturköder, wie Würmer, Maden, aber auch Boilies und kleine Köderfische, werden von den Grundeln liebend gern gefressen oder zumindest angeknabbert.

Gerade Friedfischangler müssen sich mit dieser Problematik wohl oder übel auseinandersetzen. Für Zanderangler ist die Schwarzmundgrundel aber ein hervorragender Köderfisch, da sich die edlen Räuber auf diese Fischart spezialisiert haben.

Der Rhein ist vom Bodensee bis zu seiner Mündung ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Er dient auch anderen Vogelarten als Leitlinie beim Vogelzug. Deshalb gibt es viele Naturschutzgebiete am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Bevor du dich zum Angeln aufmachst, schau dir unbedingt die Naturschutzgebiete in der näheren Umgebung an.

Welche Fische kannst du im Rhein angeln?

Der Rhein beherbergt durch sein schieres Ausmaß, die sich stetig verbessernde Wasserqualität und die Bemühungen, verschwundene Fischarten wieder einen Lebensraum zu bieten, einen sehr diversen Fischbestand. Du kannst bis zu 63 verschiedene Fischarten im Rhein antreffen. Federführend für die Hege des Fischbestandes und die fischereirechtliche Nutzung ist die Rheinfischereigenossenschaft Nordrhein-Westfalen.

Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) betreibt ein Programm zur Verbesserung des Ökosystems und Förderung der Wanderfische („Rhein 2020“). Ziele des Programms Rhein 2020 sind „die  Wiederherstellung des Biotopverbundes“ und die „ökologische Durchgängigkeit des Rheins vom Bodensee bis zur Nordsee sowie der im Wanderfischprogramm enthaltenen Nebenflüsse“. Durch den Bau von Fischtreppen an den Wehren können heute auch wieder Fischarten wie Lachs und Meerforelle bis zum Oberrhein und in die Nebenflüsse aufsteigen und dort laichen.

Den Hauptanteil an den Fischarten im Rhein haben: Rotauge, Stint, Hecht, Wels, Neunauge, Äsche, Barbe, Döbel, Aal, Ukelei, Flussbarsch und Brachse. Neu eingewanderte Arten sind: Sonnenbarsch und Zander sowie die aus der Donau stammende Marmorierte Grundel und der Weißflossengründling.

Schonzeiten und Mindestmaße für den Rhein in Nordrhein-Westfalen

FischSchonzeitMindestmaß
Aal01.10. bis 01.03.50cm
Bachforelle20.10. bis 15.03.25cm
Hecht15.02. bis 30.04.45cm
Karpfen35cm
Regenbogenforelle
Zander01.04. bis 31.05.40cm

Gesetzliche Schonzeiten und Mindestmaße (Angaben ohne Gewähr!)

Bestimmungen für das Angeln am Rhein in Nordrhein-Westfalen

  • Erlaubt sind 1 Fliegenrute oder 1 Spinnrute oder 2 Handangeln (mit Grund- oder Posenmontagen)
  • Das Angeln auf dem Rhein mit dem Boot ist verboten. In diesem Beitrag findest du alternative Gewässer, auf denen du mit dem Boot angeln kannst.
  • Die jährlichen Fänge von Aalen (Anguilla anguilla) sind nach Zahl und Länge zum Ende des Kalenderjahres mitzuteilen. Eine Fangliste ist dazu zu führen! 
  • Fangmengenbegrenzung:  Aale, Hechte, Karpfen, Zander – höchstens 3 Stück pro Art und Tag.
  • Der Einsatz von Setzkeschern, Köderfischsenken sowie lebenden Köderfischen ist verboten.
  • Wiedereinbürgerung von Langdistanzwanderfischen (ganzjährige Schonzeit) wie Lachs, Meerforelle, Nordseeschnäpel und Maifisch: eventuelle Fänge sind der Rheinfischereigenossenschaft telefonisch (02235 / 95 92 29) oder per E-Mail ( info@rheinfischerei-nrw.de) zu melden.
  • Der Angelplatz ist sauber zu halten -> Wie du leicht Müll vermeidest erfährst du in diesem Beitrag. Am Rhein gibt es zudem jährlich den Rhine-Cleanup-Day, an dem Freiwillige am Rheinufer Müll einsammeln. Der nächste findet am 12. September 2020 statt. Hier gehts zur Webseite.

Hotspots – wo stehen die Fische im Rhein?

Durch seine vielfältige Struktur und seine schiere Größe liefert der Rhein viele natürliche und künstlich geschaffene Hotspots, an denen sich gerne die Fische tummeln.

Anlaufstellen, an denen du häufig Fische findest, sind Buhnen (Steinwälle die senkrecht vom Ufer abstehen) und Brückenpfeiler. In den ruhigen Buhnenfeldern (Bereiche zwischen den Buhnen) kannst du gut mit der Stipprute und der Pose angeln. Eingeworfenes oder sich im Futterkorb befindliches Futter wird nicht von der Strömung fortgeschwemmt, deshalb lässt sich ein Futterplatz genau anlegen und beangeln. 

Angeln am Rhein auf den Buhnen und Buhnenfeldern ist sehr vielversprechend
Sicht auf Buhnen und Buhnenfelder am Rhein | Foto von Lutz Blohm auf Flickr

Du findest in den Buhnenfeldern oft viele Friedfischarten, wie Karpfen, Rotfedern oder Schleien. Diese strömungsberuhigten Zonen bieten diesen Fischarten eine hervorragende Nahrungsgrundlage mit Pflanzen am Gewässergrund und Insekten an der Wasseroberfläche.

Eine weiterer Hotspot ist das Angeln direkt am Buhnenkopf. Am besten versuchst du vom hinteren Stück der Buhne zu angeln, also gar nicht bis zum Kopf durchzulaufen. Ein Lieblingsrevier der Zander sind die von der Strömung ausgespülten Mulden direkt an den Buhnenköpfen. Hier liegt der Raubfisch besonders gerne auf der Lauer.

Auch dicht entlang der Strömungskante in den Übergangszonen zu den Buhnenfeldern gehen Zander, Hecht, Barsch und Aal an den Haken. Hier gibt es viele ausgespülte Vertiefungen, in denen die Raubfische den Friedfischen auflauern.

Dann gibt es noch die mit großen Steinbrocken künstlich befestigten Ufer. Zwischen den Steinen finden viele Fische Schutz. Sehr gut kannst du hier auf Aale angeln und auch Welse nutzen die Löcher zwischen den großen Steinen als Ruheplatz.

Weiter Anlaufstellen sind Fähren, Schiffsanleger, Häfen sowie die zahlreichen Altarme und Inseln. Hier befinden sich Ruhezonen für Fische, da sie einen Abstand zur Schifffahrt gewinnen können.

Wasserstand – entscheidendes Kriterium für das Angeln am Rhein

Rhein mit Blick auf die Stadt Basel
Rhein bei Basel | Foto von Pixabay

Beim Angeln am Rhein spielt der Wasserstand eine entscheidende Rolle. Je nach steigendem oder fallendem Wasserstand findest du ganz unterschiedliche Situationen am Rhein vor und musst deine Angelmethode entsprechend anpassen. 

Optimale Bedingungen zum Angeln findest du vor, wenn der Pegel relativ gleichbleibend ist oder langsam steigt. Was die Rheinfische gar nicht mögen, ist schnell steigendes Wasser. Ein langsam fallender oder stagnierender Pegel auf relativ hohem Niveau kann dagegen vor allem Zander, Aale und Waller zu einer erhöhten Aktivität animieren. 

hejfish-Tipp: Vor dem Angeln am Rhein unbedingt die Wasserstände überprüfen – zum Beispiel über www.elwis.de.

Bei Hochwasser am Rhein angeln 

Hochwasser bzw. schnell steigenden Wasserstand gibt es relativ häufig am Rhein. Die vielen Nebenflüsse, die das Gewässer speisen, liefern bei starken Regenfällen eine hohe Wassermenge. Die Fluten wirbeln den Boden auf und reißen Äste sowie Kleinteile mit. Dadurch trübt sich der Fluss ein, was wiederum Fische, die eher nachtaktiv sind, auch tagsüber aus ihrem Versteck lockt. 

Am besten ist es, den steigenden Pegel abzuwarten und erst, nachdem sich der Wasserstand beruhigt hat, angeln zu gehen. Ansonsten können Äste und Unrat viele Hänger produzieren. Die Fische stehen jetzt oft in Hafeneinfahrten und an strömungsberuhigten Stellen.

Bei Niedrigwasser am Rhein angeln

Bei Niedrigwasser oder fallendem Wasserstand ziehen sich die Fische in die Flussmitte zurück. Dort, wo die Fahrrinne noch eine gewisse Wassertiefe aufweist, solltest du bei niedrigem Rheinpegel dein Glück versuchen.

Welche Angelkarten gibt es für den Rhein?

Du kannst für den Rhein zwei verschieden Angelkarten auf hejfish.com online kaufen. Zum einen gibt es den 3-Tagesschein für € 14,50, zum anderen den Generalsschein für € 44. Dieser gilt für 4 Wochen und kann danach kostenfrei für weitere 4 Wochen verlängert werden. Die Verlängerung kann bis zum Ende des Jahres wiederholt werden. Die Generalkarte für das Angeln am Rhein ist also einer Jahreskarte gleichwertig, nur dass sie in regelmäßigen Abständen verlängert werden muss.

Fazit – Angeln am Rhein in Nordrhein-Westfalen

Der Rhein bietet ein sehr abwechslungsreiches Angelrevier mit einem unglaublich hohen Artenreichtum. Ob Zander, Karpfen, Hecht, Forelle oder Wels – hier findet jeder Angler seinen Zielfisch. Durch die idyllische Landschaft und die vielen Möglichkeiten für touristische Aktivitäten ist der Rhein einen Angel-Ausflug definitiv Wert.

Quellen:

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